Großarmgarnelen „Macrobrachium“

Abwechslung gefällig? Wer Freude daran gefunden hat, Garnelen im Aquarium zu halten, wird vielleicht früher oder später auch einmal nachforschen, was es abseits der Gattungen Neocaridina und Caridina noch zu entdecken gibt. Neuen Herausforderungen kann man sich zum Beispiel stellen, wenn man sich für die Haltung von Arten der Gattung Macrobrachium entscheidet. Dass „macro“ gleichzusetzen ist mit „groß“, dürfte bekannt sein. Die Vokabel „brachium“ erzeugt hingegen sicherlich mehr Klärungsbedarf – sie ist recht gut mit „Arm“ zu übersetzen. Dementsprechend werden Arten der Gattung Macrobrachium oft schlicht und einfach auch Großarmgarnelen genannt.

Optische Auffälligkeiten von Macrobrachium Großarmgarnelen

Insbesondere zwei Merkmale machen die Vertreter von Macrobrachium Großarmgarnelen optisch sehr interessant. Dies sind:

Die Größe der Tiere: Im Vergleich zu zum Beispiel Neocaridina-Arten weisen viele Macrobrachium-Arten deutlich größere Körper auf. Wie groß die Tiere werden können, hängt allerdings auch von ihrer Zugehörigkeit zur jeweiligen Art ab. Glas- und Ringelhandgarnelen sollten mit ca. acht Zentimetern ausgewachsen sein, während etwa die sogenannte Rosenberggarnele auch gut und gerne eine Körperlänge aufweisen kann, die der langen Seite eines DIN-A-4-Blattes entspricht.

Die Scherenarme: Ein leicht kämpferisches Aussehen erhalten Vertreter der Gattung Macrobrachium durch ihre namensgebenden Scherenarme, die vor allem auch im Verhältnis zu den Körpern der Tiere oft recht imposant wirken. Die Scherenarme von Macrobrachium leisten dabei gute Dienste für die Tiere – etwa beim Erbeuten von Nahrung. Sie spielen mitunter aber auch bei der Paarung und bei Kämpfen eine Rolle.

Der Gattung Macrobrachium gehören viele unterschiedliche Arten an. Jede Art weist dabei eigene weitere optische Merkmale auf. Zudem können die beiden benannten Charakteristika – Größe der Tiere und Ausprägung der Scherenarme – mal deutlicher, mal weniger deutlich ausfallen.

Bekannte Vertreter von Macrobrachium

Obwohl es recht viele Arten gibt, die Macrobrachium zuzuordnen sind, gibt es eher wenige Arten, die hierzulande in der Aquaristik eine Rolle spielen. Dies sind neben den oben erwähnten Ringelhandgarnelen, Glasgarnelen und Rosenberggarnelen zum Beispiel auch noch die Schneeflöckchengarnelen (bedingt), Schokogarnelen und Himalayagarnelen. Vor allem die Schneeflöckchengarnele springt dabei wie die Rosenberggarnele ein wenig mehr ins Auge – allerdings unter exakt umgekehrten Vorzeichen als die sehr große Rosenberggarnele. Die Schneeflöckchengarnele ist nämlich eine Großarmgarnele, die noch einmal ein gutes Viertel kleiner bleibt als die Ringelhand- und Glasgarnele und bei der auch die Scherenarme weniger imposant sind (siehe aber Hinweis zur umstrittenen Gattungszugehörigkeit weiter unten). weiterlesen…

Macrobrachium Rosenbergii

Deutsche Bez.:Rosenberggarnele
Lateinische Bez.:Macrobrachium Rosenbergii
Größe:25 - 30 cm
Temperatur:22 - 28 °C
Gesamthärte:10 - °dgH
Karbonhärte:5 - °dgH
pH-Wert:7 - 8
Haltung:mittel
Zucht:anspruchsvoll

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Schokogarnele

Schokogarnele
Deutsche Bez.:Schokogarnele
Lateinische Bez.:Macrobrachium dayanum
Größe:bis 9 cm
Temperatur:20 - 28 °C
Gesamthärte:4 - 16 °dgH
pH-Wert:6,5 - 7,8
Haltung:mittel

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Schneeflöckchengarnele

schneefloeckchengarnele
Deutsche Bez.:Schneeflöckchengarnele
Lateinische Bez.:Macrobrachium kulsiense
Größe:bis 5 cm
Temperatur:22 - 28 °C
Gesamthärte:bis 25 °dgH
pH-Wert:6 - 7,5
Haltung:mittel

Mehr Informationen zu Schneeflöckchengarnele

Ringelhandgarnele

Ringelhandgarnele
Deutsche Bez.:Ringelhandgarnele
Lateinische Bez.:Macrobrachium assamense
Größe:bis 8 cm
Temperatur:20 - 30 °C
Gesamthärte:bis 25 °dgH
pH-Wert:6 - 7,8
Haltung:mittel

Mehr Informationen zu Ringelhandgarnele

Glasgarnelen

Deutsche Bez.:Glasgarnele
Lateinische Bez.:Macrobrachium lanchesteri
Größe:bis 8 cm
Temperatur:18 - 28 °C
Gesamthärte:bis 30 °dgH
Haltung:mittel
Zucht:mittel

Mehr Informationen zu Glasgarnelen

Spezialisierter oder primitiver Fortpflanzungstyp bei Macrobrachium?

Die Unterscheidung zwischen spezialisiertem und primitivem Fortpflanzungstyp sollte Garnelen-Fans, die bereits Vertreter der Gattung Caridina kennen, geläufig sein. Doch lassen sich die Vertreter der Gattung Macrobrachium einem dieser Fortpflanzungstypen zuordnen? Nein – lautet hier die bestimmte Antwort! Wer mit Garnelen, die zu Macrobrachium zählen, züchten möchte, sollte dementsprechend unbedingt weitere Informationen zum Fortpflanzungstyp der gewünschten Art einholen. Hier vorab schon einmal der grundsätzliche Hinweis, dass zum Beispiel die Glasgarnele, Ringelhandgarnele und Schokogarnele zum spezialisierten Fortpflanzungstyp zählt, während etwa die Rosenberggarnele dem primitiven angehört.

Aggressionen von Großarmgarnelen vorbeugen

Mit der Haltung von Arten der Gattung Macrobrachium sollte nur gut informiert begonnen werden. Hier kann es nämlich deutliche Unterschiede zu der Haltung von anderen Garnelen geben. Eines von mehreren Augenmerken ist dabei darauf zu richten, wie sich der Frieden in einem Aquarium, in dem eine Macrobrachium-Art gehalten wird, aufrechterhalten lässt. Zu beachten sind hierbei unter anderem die folgenden Strategien:

Aquariengröße: Viele Arten, die Macrobrachium angehören, werden deutlich größer als beispielsweise Caridina- oder Neocaridina-Arten. Nicht nur aus diesem Grund bedarf es allerdings eher größerer Aquarien. Mitunter zeigen Vertreter von Macrobrachium auch Aggressionen gegenüber ihren Artgenossen, wenn Platzmangel herrscht. Zudem ist zu einem guten Abdichten der Aquarien geraten, damit Macrobrachium nicht entfleuchen kann, und zum Angebot vieler Versteckmöglichkeiten im Aquarium.

Gruppenzusammensetzung: Alleine sollten auch die meisten Macrobrachium-Arten nicht gehalten werden – unter anderem die Rosenberggarnele kann hier eine Ausnahme sein. Manch andere Arten können mit einem oder mehreren Artgenossen gehalten werden. Dabei – und auch, wenn es größere Gruppen sein müssen – muss aber oftmals auf die Gruppenzusammensetzung geachtet werden. Kämpfe unter Männchen vermeidet man strikt und einfach, indem in jedem Aquarium nur ein Männchen gehalten wird.

Vergesellschaftungen: Im Allgemeinen ist in Bezug auf eine Vergesellschaftung von Macrobrachium-Arten mit anderen Aquarienbewohnern zu äußerster Achtsamkeit und Zurückhaltung geraten. Es mag zwar auch einzelne Arten von Macrobrachium geben, bei denen eine Vergesellschaftung mit anderen ausgewählten Tieren in einem Aquarium möglich ist. Grundsätzlich sollte man die Scherenarme dieser Garnelen aber nicht als schmückendes Beiwerk betrachten, sondern durchaus als Waffen, denen andere Aquarienbewohner durchaus zum Opfer fallen können. Nahezu schon eine Ausnahme von wenigen könnte mitunter die Schneeflöckchengarnele sein. Sie wird oftmals als deutlich friedlicher beschrieben und ist auch erkennbar schlechter „bewaffnet“ als manch andere Macrobrachium-Art. Vielleicht auch deshalb wird die Schneeflöckchengarnele heute oft aber auch gar nicht mehr als der Gattung Macrobrachium angehörig angesehen.

Wichtig: Frieden im Aquarium ist das eine. Jede Art, die zu Macrobrachium zählt, kann aber auch zusätzlich ihre ganz eigenen Bedingungen an eine gute Haltung stellen. Dementsprechend wichtig ist es, sich über die Bedürfnisse der Art, die gehalten werden soll, im Detail zu informieren. Vorbereitung und Planung sind dabei auch bei der Haltung von Großarmgarnelen das A und O, damit es den Tieren im Aquarium gut ergehen kann.

Auf einen Blick

  • Macrobrachium ist er Name einer Gattung – zu deutsch werden die Arten, die unter diese Gattung fallen, auch unter dem Begriff Großarmgarnelen zusammengefasst.
  • Auffällig an den Vertretern von Macrobrachium sind vor allem Körpergröße und die Ausprägung der Scherenarme – beides schwankt aber je nach Art deutlich.
  • Bekannte Arten, die Macrobrachium zuzuordnen sind, sind unter anderem die Ringelhandgarnele, Glasgarnele, Rosenberggarnele, Schneeflöckchengarnele (bedingt), Schokogarnele und Himalayagarnele.
  • In der Gattung Macrobrachium lassen sich sowohl Arten finden, die dem spezialisierten Fortpflanzungstyp zuzuordnen sind, als auch solche, die den primitiven repräsentieren.
  • Die Haltung von Macrobrachium weist in einigen Bereichen deutliche Unterschiede zur Haltung von Neocaridina-Arten auf. Sie ist dabei Anfängern eher nicht zu empfehlen – auch da einige Arten unter bestimmten Haltungsbedingungen Aggressionen zeigen können.
  • Vergesellschaftungen mit Macrobrachium und anderen Aquarienbewohnern sind in aller Regel ausgesprochen haarig und sollten unterbleiben. Etwaige Ausnahmen bestätigen diese Regel.
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