Laub im Aquarium

Aquarianern, die mit Passion ihrem Hobby nachgehen, ist es häufig wichtig, die Natur als Vorbild für das von ihnen geschaffene, biologische System im Aquarium zu berücksichtigen. Nicht nur, dass durch die Natürlichkeit ein ganz besonderer optischer Reiz erzeugt werden kann, auch den Bewohnern ist mit einer natürlichen Einrichtung des Beckens gedient. Halter von Garnelen stoßen in diesem Zusammenhang immer wieder auf den Ratschlag, Laub in das Garnelenbecken einzubringen. Was hinter diesem Rat steckt, welche positiven Effekte das Laub erzielen kann und welche Laubsorten für Garnelen geeignet sind, erfahren Sie im Folgenden.

Positive Effekte des Laubs

AquariumlaubLaub im Aquarium weist für Garnelen und deren Besitzer mindestens drei positive Effekte auf. Der Offensichtlichste ist, dass das Laub von Garnelen gerne als Weidefläche und als Nahrung genutzt wird. Auch in der Natur können Garnelen in natürlichen Gewässern auf diese Nahrungsquelle zählen: Die Bäume am Ufer werfen ihre Blätter ab, welche dann in das Wasser gelangen, sich hier zersetzen und als Nahrung für die Garnelen dienen.

Ein weiterer Grund, warum Laub gerne in Garnelenaquarien gegeben wird, ist darin zu finden, dass das Laub ideale Rückzugsmöglichkeiten und Verstecke bietet. Hiervon können insbesondere tragende Weibchen profitieren, die Ruhe suchen. Während es noch nahezu auf der Hand liegt, dass Garnelen gerne Blätter abweiden und verspeisen sowie den Laubhaufen im Aquarium als Rückzugsrefugium nutzen, läuft der dritte positive Effekt eher im Verborgenen ab. Laub kann dazu beitragen, dass sich die Anzahl der im Aquarium befindlichen Keime reduziert, wobei es mitunter auch leicht antibakteriell wirkt. Zudem kann durch den Einsatz von Laub mitunter der ph-Wert gesenkt werden. Für den Aquarianer bedeutet dies insgesamt, dass die Wasserqualität in seinem Becken positiv beeinflusst wird und Krankheiten bei seinen Garnelen weniger Chancen haben.

Laub sammeln – Das sollten Sie beachten

Wichtig zu wissen ist, dass tatsächlich nur Laub – also abgestorbene Blätter – in das Aquarium gegeben werden sollten. Es ist daher ratsam, im Herbst einen kleinen Vorrat für das restliche Jahr anzulegen. Welche Laubsorten dabei infrage kommen, erfahren Sie weiter unten. Achten sollten Aquarianer auch darauf, dass sie das Laub an geschützten Stellen sammeln, um zu hohe Schadstoffkonzentrationen zu vermeiden. Das gesammelte Laub sollte trocken sein, damit es unkompliziert gelagert werden kann. Grundsätzlich ist es sowohl möglich, bereits vom Baum gefallenes Laub zu verwenden als auch tote Blätter, die gerade noch an den Bäumen hängen. Wählt man Letztere, hat man eventuell bessere Chancen, sauberes Laub zu gewinnen, das noch mehr wertvolle Inhaltsstoffe enthält.

Wem das Sammeln von Laub zu aufwendig ist, kann auch Laub im Tierhandel kaufen. Günstiger ist es allerdings allemal, bei einem Herbstspaziergang einfach eine Tüte voll Laub selbst zu sammeln. Vielleicht findet man bei einem solchen Spaziergang zufällig am Wegesrand auch noch etwas Löwenzahn oder Brennnesseln. Auch die Blätter dieser Pflanzen können getrocknet und als Futter für Garnelen verwendet werden. Brennnesseln kann man auch einfach überbrühen und als Leckerbissen in das Aquarium geben.

Wie man Laub richtig in das Aquarium gibt

Der erste Versuch, trockenes Laub in ein Aquarium zu bringen, verdeutlicht gleich ein Problem: Trockenes Laub geht nicht einfach unter, wenn man es in das Wasser gibt. Hier hilft es weiter, die Blätter zunächst in einem separaten Eimer für einen oder zwei Tage einzuweichen. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann das Laub auch heiß abbrühen oder kurz kochen. Durch diese Maßnahmen können unerwünschte Verunreinigungen beseitigt werden und das Laub sinkt ebenfalls schnell im Aquarium ab. Hat man das Laub im Aquarium erst einmal an den anvisierten Platz gebracht, kann man es hier einige Wochen ruhen lassen. Die Garnelen werden sich schnell über den Laubhaufen hermachen. Erst wenn die Blätter zu stark zerfallen, sollte man die Reste entfernen. Danach kann man umgehend wieder neues Laub in das Aquarium einbringen, um seinen Tiere eine neue Freude zu bereiten und das Becken auch optisch attraktiv zu gestalten.

Laubsorten und ihre Eigenschaften

Nicht alle Laubsorten sind für den Einsatz im Garnelenaquarium geeignet. Unbedingt vermeiden sollte man etwa den Einsatz von getrockneten Blättern von Zier- und Zimmerpflanzen. Auch darüber hinaus sollten sich Aquarianer auf „richtige“ Bäume konzentrieren. Welche Arten unter anderem geeignet sind, erfahren Sie im Folgenden. Die Liste ist dabei nicht abschließend.

Buchenlaub

buchenlaubBuchen findet man häufig in nah gelegenen Wäldern. Die Blätter der Buche erkennt man an ihrer relativ geringen Größe von maximal 10 Zentimetern, ihrer ovalen Form und dem welligen Blattrand. Im Herbst erstrahlen sie häufig in einem Rotbraun. Diese Farbgebung macht das Buchenlaub auch aus optischen Gründen zu einer beliebten Laubsorte, die in Aquarien eingesetzt wird. Darüber hinaus ist das Laub der Buche auch recht widerstandsfähig und zersetzt sich nicht so schnell wie manch andere Laubsorten.

Eichenlaub

eichenlaubDie Eiche ist ebenfalls ein Baum, auf den man in deutschen Wäldern relativ häufig stößt. Die Blätter dieses Baums kennt nahezu jedes Kind: Auffällig sind hier vor allem die zahlreichen wellenförmigen Auswüchse. Auch Eichenlaub weist im Becken eine gute Haltbarkeit auf.

Walnussbaumlaub

walnussblaetterWalnussbäume erkennt man an großen Blättern, die gefiedert sind. Ein weiteres gutes Erkennungsmerkmal sind natürlich die Nüsse, welche im Spätsommer reif werden. Walnussbaumlaub ist eine Laubsorte, die sich hervorragend für den Einsatz im Garnelenbecken eignet: Die Blätter erhalten viele Gerbstoffe, die antibakteriell wirken und somit die Wasserqualität verbessern können.

Seemandelbaumblätter

seemandelbaumblaetterNach Seemandelbäumen wird man in deutschen Wäldern zwar vergeblich suchen, man kann diese Blätter allerdings im Handel erwerben. Da die Blätter sehr positive Eigenschaften auf die Wasserqualität haben können, kann sich diese Investition durchaus bezahlt machen. Auch Seemandelbaumblätter erhalten wertvolle Gerbstoffe, die desinfizierend wirken können. Mehr zu dieser speziellen Laubsorte finden Sie in einem separaten Menüpunkt.