Fächergarnelen

Äußerst interessante, aber auch sehr anspruchsvolle Aquarienbewohner sind jene Garnelen, welche die Bezeichnung Fächergarnele im Namen tragen. Zu ihnen zählt zum Beispiel die auch durch ihre Färbung auffällige Blaue Gabunfächerhandgarnele, die Zwergfächergarnele sowie die Molukkenfächergarnele. Welche bedeutungsvollen Merkmale die Fächergarnele im Allgemeinen aufweist? Dieser und vielen weiteren Fragen rund um die Fächergarnele gehen wir im Folgenden nach.

Fächergarnelen – diese Arten sind sehr bekannt

Als Fächergarnele werden diverse Garnelenarten bezeichnet. Wer sich zum ersten Mal mit diesen Garnelen befasst, sollte zumindest die folgenden drei Arten kennenlernen:

  • Zwergfächergarnele: Die Zwergfächergarnele ist mit bis zu sieben Zentimetern die kleinste der hier vorgestellten Fächergarnelen. Ihre Körpergrundfärbung ist hell und wird von einer Vielzahl an dunkleren Sprenkeln und Zeichnungen unterbrochen.
  • Molukkenfächergarnele: Die Molukkenfächergarnele erlangt bei den drei ausgewählten Arten hinsichtlich der Größe Platz 2: Sie kann ungefähr bis zu zehn Zentimeter groß werden. Ihr Körper kann in diversen Brauntönen gefärbt sein und zeigt oft einen helleren Rückenstrich.
  • Blaue Gabunfächerhandgarnele: Die Blaue Gabunfächerhandgarnele ist unter den drei vorgestellten Arten sowohl die größte als auch die am auffälligsten gefärbte. Diese Fächergarnele kann etwa bis zu vierzehn Zentimeter groß werden und ist prototypischerweise blau gefärbt. Diese Färbung kann allerdings auch variieren, sodass von Fall zu Fall andere Farbtöne zu entdecken sein könnten.

Es existieren viele weitere Arten, die als Fächergarnele zu bezeichnen sind. So etwa die Dornenfuß-Bergbachgarnele oder die Raue Fächergarnele. Wann immer der Name „Fächergarnele“ ins Spiel kommt, sollte dementsprechend für ein besseres Verständnis hinterfragt werden, um welche Art es sich exakt handelt. Zu beachten ist hierbei auch, dass mitunter ein und dieselbe Art im Handel unter unterschiedlichen Namen angeboten wird –
die Molukkenfächergarnele wird dabei auch gerne Radargarnele oder Bergwassergarnele genannt, die Zwergfächergarnele etwa Minifächergarnele. weiterlesen…

Blaue Gabunfächerhandgarnele

Deutsche Bez.:Blaue Gabunfächerhandgarnele
Lateinische Bez.:Atya gabonensis
Größe:bis 14 cm
Temperatur:25 - 28 °C
Gesamthärte:10 - 20 °dgH
pH-Wert:6,5 - 8
Haltung:mittel

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Molukkenfächergarnelen

Deutsche Bez.:Molukkenfächergarnele
Lateinische Bez.:Atyopsis moluccensis
Größe:bis 10 cm
Temperatur:22 - 30 °C
Gesamthärte:bis 20 °dgH
pH-Wert:6,5 - 7,7
Haltung:mittel

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Zwergfächergarnele

Fächergarnelen
Deutsche Bez.:Zwergfächergarnelen
Lateinische Bez.:Atyoida pilipes
Größe:bis 7 cm
Temperatur:22 - 28 °C
Gesamthärte:bis 30 °dgH
pH-Wert:6,5 - 7,8
Haltung:mittel

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Auffällige Merkmale der Fächergarnele im Allgemeinen

Vergleicht man Garnelen der Gattungen Neocaridina und Caridina mit Fächergarnelen, werden einige deutliche Unterschiede offenbar. Auf optischer Ebene unterscheidet sich eine Fächergarnele von diesen Garnelen vor allem in Hinblick auf diese drei Aspekte:

  • Körpergrößen: Süßwassergarnelen der Gattungen Neocaridina und Caridina werden oft nur wenige Zentimeter groß. Viele Fächergarnelen können diese Größe spielend übertrumpfen – so etwa die Blaue Gabunfächerhandgarnele, die nahezu fünfmal so groß werden kann wie beispielsweise eine Bienengarnele. Dennoch gibt es auch eine deutliche Größenvarianz unter Fächergarnelen.
  • Fächer: Die namensgebenden Fächer sind bei der Fächergarnele tatsächlich eine Besonderheit. Sie befinden sich an den vorderen Schreitbeinen, dienen der Nahrungsaufnahme und sind in dieser Form bei den Gattungen Neocaridina und Caridina nicht vorhanden.
  • Farbgebungen: Neocaridina- und Caridina-Arten gibt es in unzählig vielen und mitunter auch intensiven Färbungen. Dagegen wirken die Färbungen von Fächergarnelen oftmals etwas unscheinbarer. Ausnahmen wie die manchmal durchaus intensiv gefärbte Blaue Gabunfächerhandgarnele bestätigen aber auch hier die Regel.

Übrigens: Fächergarnelen scheinen eine deutlich höhere Lebenserwartung aufzuweisen als Neocaridina- und Caridina-Arten. Während letztere zwei, vielleicht auch drei Jahre alt werden können, kann manch eine Fächergarnele wie etwa die Molukkenfächergarnele mitunter auch dreimal so alt oder noch älter werden. Je nach Art variiert aber auch bei den Fächergarnelen die Lebenserwartung.

Hierzu dient das Filtrierverhalten der Fächergarnele

Aufgrund ihrer Anatomie hat es eine Fächergarnele sehr leicht, an Leckerbissen zu gelangen. Zu diesem Zweck positioniert sie sich einfach in der Strömung, spannt ihre Fächer auf und lässt durch diese das Wasser passieren. Die Teilchen, die hierbei in den Fächern hängen bleiben, dienen dem Tier als Nahrung. In der Regel bemüht sich eine Fächergarnele nicht anders oder gar deutlich intensiver um ihre Versorgung mit Nahrung. Sollte sie dies ausnahmsweise doch tun, ist dies Anlass, die Haltungsbedingungen zu überprüfen.
Ein Unterangebot an Nahrung oder zu wenig Bewegung im Wasser könnten Faktoren sein, die zu regulieren sind. Möglich ist es aber auch, dass die Fächergarnele kurz vor einer Häutung steht, wenn sie auf andere Weise als beschrieben auf Nahrungssuche geht. In dieser Phase sind die Fächer mitunter nicht mehr ideal einsetzbar, was sich bei ansonsten gesunden Tieren aber wieder durch die Häutung erholen sollte.

Fächergarnele – Haltung im Aquarium mit Erschwernissen

Fächergarnelen stellen deutlich höhere Ansprüche in Bezug auf ihre Haltung im Aquarium als beispielsweise Red Fire Garnelen. Daher sollten sie auch eher nur von erfahrenen Aquarianern gehalten werden, die möglichst auch bereit sind, in Hinblick auf die folgenden Aspekte einen zusätzlichen Aufwand in Kauf zu nehmen:

Einsatz von ergänzender Technik: Um der Fächergarnele ein artgerechtes Umfeld bieten zu können, ist in der Regel der Einsatz von Oxydatoren und Strömungspumpen angezeigt. Der Aquarianer sollte bereit sein, sich mit dieser und ggf. weiterer Technik fachgerecht auseinanderzusetzen.

Aquariengestaltung: Hier gilt es, die Aquarieneinrichtung auf die Bedürfnisse von Fächergarnelen gut abzustimmen. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Tiere Sitzflächen in der Strömung vorfinden, die sie beim „Keschern“ nach Nahrung gut nutzen können.

Aufzucht von Jungtieren: Die Vermehrung von Fächergarnelen wird auch erfahrenen Aquarianern sicher nur in Ausnahmefällen glücken, da bei allen hier benannten Arten Brackwasser für die Aufzucht der Larven benötigt wird. Wer mit der Fächergarnele Zuchtbemühungen starten möchte, sollte sich auf einen hohen Aufwand und Rückschläge einstellen.

Aquarienmitbewohner: Diese sollten bei Haltung von Fächergarnelen sorgfältig ausgesucht werden – Gleiches gilt aber auch bei Neocaridina- und Caridina-Arten. Fächergarnelen sind im Allgemeinen nicht aggressiver als diese, aber ähnlich anfällig, was Störungen betrifft. Auch aufgrund der speziellen Haltungsanforderungen, welche die Fächergarnele im Allgemeinen stellt, kommen daher beispielsweise geeignete Schneckenarten infrage. Die Fächergarnele schätzt zudem Artgenossen. Gruppenhaltung ist somit angezeigt, allerdings können diese Gruppen mit ungefähr fünf Tieren durchaus kleiner ausfallen als bei Garnelen der Gattung Neocaridina und Caridina.

Je nach Art sind zusätzlich zu den benannten Gesichtspunkten weitere Aspekte einer guten Haltung zu beachten.

Auf einen Blick

  • Viele Fächergarnelen werden deutlich größer als Garnelen der Gattung Caridina oder Neocaridina. Zudem unterscheiden sie sich durch ihre Fächer, durch ihre oftmals weniger starken Färbungen und eine häufig höhere Lebenserwartung von diesen Garnelen.
  • Die Fächer einer Fächergarnele stellen kein Schmuckwerk dar, sondern dienen der Nahrungsaufnahme.
  • Zu den sehr bekannten Fächergarnelen zählen unter anderem die Zwergfächergarnele, die Molukkenfächergarnele und die Blaue Gabunfächerhandgarnele.
  • Die Fächergarnele zu halten, ist in der Regel mit mehr Aufwand verbunden als beispielsweise die Haltung von Neocaridina-Arten.
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